Mit nachhaltigen Reisen gewinnt Mensch und Natur

Mit nachhaltigen Reisen gewinnt Mensch und Natur

Alles wissenswerte zu Nachhaltigem Reisen in einem Artikel

Kulturen kennenlernen, Naturlandschaften erkunden oder einfach nur am Strand entspannen: Der wohlverdiente Urlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Immer mehr Menschen wollen öfter verreisen und weit entfernte Länder besuchen. Dies birgt Potenzial für gesellschaftliche und wirtschaftliche Impulse, aber auch gravierende Risiken für die Menschen und die Umwelt. Aus diesem Grund wird der nachhaltige Tourismus und die dafür unterstützenden Maßnahmen immer bedeutender.

Nachhaltiger Tourismus, auch „Sanfter Tourismus” genannt, soll die Ansprüche von der Bevölkerung und den Touristen erfüllen. Zu diesen Anforderungen gehören nachhaltig ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte hinsichtlich des Reisens.

Menschen begeben sich auf Reisen und wünschen sich an ihrem Reiseziel eine intakte Umwelt vorzufinden. Die globale Veränderung, speziell der Klimawandel und die schwindenden Ressourcen, machen dies jedoch immer schwieriger.

Der Tourismus steht schon länger aufgrund seiner negativen Auswirkungen unter Kritik. Betrachten wir beispielsweise den Trekking-Tourismus, werden die Berge übernutzt und viele der Wanderer hinterlassen Müll in den Naturschutzgebieten.

Im Himalajagebirge in Nepal ist die Übernutzung speziell auf den Touristenpfaden bereits deutlich zu erkennen. Damit die Zerstörung der Umwelt nicht weiter ihren Lauf nimmt, werden die Touristenwege immer stärker überwacht und reguliert.

Kreuzfahrtschiffe entsorgen ihren Müll oftmals in den Meeren, was dazu führt, dass jedes Jahr über 135.000 Meeressäuger und über eine Million Meeresvögel sterben. Die Tiere verwechseln den Müll sehr oft mit Futter und speziell Plastik verstopft ihren Verdauungsapparat. Laut der Seeschifffahrtsorganisation (IMO) trägt die Schifffahrt, hierzu zählen Kreuzfahrt- und Frachtschiffe, ungefähr 2,4 Prozent zu den von uns Menschen verursachten Treibhausgasen bei.

Die Karibik ist von der Verschmutzung besonders betroffen, da sie bei Kreuzfahrttouristen besonders beliebt ist. Auch die Fische und die Unterwasserwelt sind von der Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe und aufgrund von Fischerei betroffen. Der Fischbestand wird durch die weltweite Überfischung stark reduziert und leider kommt es auch heutzutage immer noch zum Handel mit Korallen und Muscheln. Der Verkauf von „Souvenirs” trägt maßgeblich zur Vernichtung der Riffe bei.

Als Option für den Schutz der Umwelt wird der Ruf nach alternativen und nachhaltigeren Reiseformen immer lauter. Nachhaltiger Tourismus gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nachhaltige Reiseformen soll dazu beitragen, dass sowohl der Mensch als auch die Natur einen Nutzen davon haben.

Was bedeutet nachhaltiges Reisen überhaupt?

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Arten von Tourismus. Die eine Variante ist der „harte” und die andere Variante der „sanfte/nachhaltige” Tourismus. Beim harten Tourismus spielen die negativen Folgen auf die Natur keine Rolle, denn das Hauptaugenmerk liegt hier bei dem Reisepreis. Dieser sollte so billig wie möglich sein und der Spaß trotzdem nicht zu kurz kommen. Ein gutes Beispiel für harten Tourismus ist der Massentourismus.

Bei nachhaltigen/sanften Reisen sollen ökonomische, ökologische und soziale Interessen im Tourismus mehr berücksichtigt werden. Das Hauptziel ist eine langfristige Sicherung der Tourismusgebiete als Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum. Auf Reisen sollen etwa naturnahe, nicht technisierte Tourismusangebote sowie landschaftsschonende Reiseformen ausgeübt werden.

Wir wollen dir nun ein paar klassische Unterschiede zwischen den beiden Tourismusformen aufzeigen:

Nachhaltiger TourismusHarter Tourismus
Erlebnis- und IndividualreisenMassentourismus und Pauschalreisen
Viel ZeitWenig Zeit
Spontane ReiseentscheidungenFestes Programm
Landesüblicher LebensstilImportierter Lebensstil
Intensives Befassen mit Kultur und LandWenig bis überhaupt keine Reisevorbereitung
LeiseLaut
Schonung der UmweltBelastung der Umwelt
Respektvoller Umgang und faire Bezahlung der Menschen vor OrtMenschen vor Ort kommen in der touristischen Wertschöpfungskette zu kurz
Gegenüberstellung von Nachhaltigem und Hartem Tourismus

Die drei Kernbereiche des nachhaltigen Tourismus

Das ökologische, wirtschaftliche und soziale Reiseverhalten bei (Urlaubs-)Reisen ist bei Urlaubern unterschiedlich ausgeprägt. Viele Menschen engagieren sich bereits sehr stark für die Umwelt, doch leider sind es immer noch nicht genug.

Laut einer Studie des GfK Global Green Index achten bereits 40 Prozent der deutschen Bundesbürger darauf, ökologische und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu kaufen. Jene Personen würden auch bei Urlaubsreisen der Umwelt zu liebe persönliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Immer mehr Reiseveranstalter und Leistungsträger arbeiten an nachhaltigen Produkten. Es wird versucht, die breite Masse darauf aufmerksam zu machen, dass ein umweltfreundliches Verhalten forciert werden soll. Doch nicht alle Reisenden nehmen die umweltfreundlichen Urlaubsangebote an. Der Grund sind oftmals die günstigen All-inclusive Reiseangebote. Auch wenn es derzeit zu einem Umschwung kommt, bieten viele touristische Anbieter noch immer günstige Urlaubsangebote an. Die ausgewählten Leistungsträger, welche den günstigen Urlaub ermöglichen, sind in den meisten Fällen nicht nachhaltig ausgerichtet.

Nachhaltige Hotels sind in der Regel in ihrer Bettenkapazität etwas kleiner aufgestellt und achten zum Beispiel darauf, dass die Handtücher der Gäste nicht täglich gewaschen werden. Auf die Einsparung von Wasser sollte besonders geachtet werden. Der Wasserbrauch in einem Hotel beträgt durchschnittlich zwischen 84 und 2425 Liter pro Tourist und Tag. Inkludiert sind bei diesem Verbrauch unter anderem der persönliche Wasserverbrauch (z.B. Duschen), Swimmingpools, Bewässerung von Grünanlagen und vieles mehr.

nachhaltige Hotels im Urlaub
nachhaltige Hotels im Urlaub

Doch warum sollte mit dem vorhandenen Wasser sorgsam umgegangen werden? Weltweit beziehen die meisten Menschen Wasser direkt aus Gewässern. In Asien und auch Afrika ist die Nutzung von Wasser aus Flüssen problematisch. Da in die Flüsse nicht selten Abwasser eingeleitet wird, enthalten diese an vielen Orten Giftstoffe. Dies führt dazu, dass das Wasser nicht zum Trinken oder für die Bewässerung von Grünanlagen herangezogen werden kann. Aufgrund der Verschmutzung der Seen und Flüsse durch Abwasser ist bereits die Hälfte der Weltbevölkerung von einer Wasserknappheit betroffen. Eine bedachte Nutzung der Ressource „Wasser” ist somit unbedingt erforderlich.

Damit auch du einen positiven Teil für die Umwelt beitragen kannst, ist es also wichtig, dass du deine Reise anhand nachhaltiger Aspekte planst. Bei der Auswahl deines Urlaubes solltest du folgenden drei Kernpunkten deine Aufmerksamkeit schenken:

  1. Soziale Nachhaltigkeit
  2. Ökologische Nachhaltigkeit
  3. Ökonomische Nachhaltigkeit

Halte dir bei deiner Reise immer vor Augen, dass die Orte und die in der Region befindliche Natur auch für die nächste Generation in einem guten Zustand vorgefunden werden soll. Damit dies möglich wird, müssen Maßnahmen für die Gewährleistung der Nachhaltigkeit erstellt und umgesetzt werden. Jeder einzelne von uns kann einen großen Teil dazu beitragen, indem die drei Kernpunkte des nachhaltigen Reisens vor, während und nach dem Urlaub gelebt werden. Wie du diese umsetzt, verraten wir dir hier.

Soziale Nachhaltigkeit

Soziale Nachhaltigkeit soll dazu beitragen, dass sich Menschen mit verschiedener Herkunft, Sprache und Religion untereinander verständigen können.

Außerdem soll ein interkultureller Austausch im Zielland entstehen. Die Region ist zuallererst Lebensraum der Einwohner. Es muss sichergestellt werden, dass der Lebensstandard der Einwohner erhalten bleibt. Auch die Grundbedürfnisse der vor Ort lebenden Menschen sollen befriedigt werden.

Den kommenden Generationen Entwicklungsperspektiven und Lebenschancen bereitzustellen, ist besonders wichtig. Erst nachdem sichergestellt wurde, dass die Einwohner trotz des Tourismus ihren Lebensstandard beibehalten können, erfolgt die Umsetzung der touristischen Maßnahmen bei den Dienstleistungsbetrieben.

Eine intakte Umwelt als Grundlage dafür, dass Touristen als auch Bewohner einer Region diese auch als Erholungsraum nutzen können, ist ein weiterer wichtiger umzusetzender Punkt. Darüber hinaus ist es das Ziel, die Erholung des Reisenden und deren Verantwortungsgefühl zu fördern.

Ersteres soll dazu beitragen, dass Touristen während ihres Urlaubs abschalten und neue Energie tanken können. Zweiteres zielt darauf ab, den Nutzen einer intakten Umwelt zu vermitteln und die nachhaltige Verhaltensweise während des Urlaubes zu verdeutlichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einbindung von gesundheits-, kontaktfördernden und naturbezogenen Aktivitäten.

Der Schutz vor Ausbeutung der Touristen durch überteuerte Preise ist ebenso ein Ziel des sozialen nachhaltigen Tourismus.

Ökologische Nachhaltigkeit

Dieser wichtige Kernpunkt steht dafür, dass die diversen Ökosysteme auf der Erde sichergestellt werden sollen.

Nachhaltiger Tourismus soll ein Gleichgewicht zwischen Abbau und Nachwachsen der erneuerbaren Ressourcen (z.B. Wald- und Fischbestände) schaffen. Nicht-erneuerbare Ressourcen wie etwa Öl und Erdgas sollen deutlich weniger verbraucht werden. Der Tourismus erhöht in Zielgebieten den Verbrauch von Wasser und Energie sowie das Abfall- und Abwasseraufkommen.

Dies trägt oftmals zu einer ernsten Gefahr der Naturlandschaft bei. Ziel der Maßnahmen für einen nachhaltigen Tourismus ist es unter anderem, dass die Ökosphäre nicht durch zu große Abfallmengen und Schadstoffemissionen gefährdet werden. Um dies zu ermöglichen, ist es notwendig, unter anderem Abfall zu reduzieren und mit den nicht-erneuerbaren Ressourcen sparsam umzugehen.

Abfall im Urlaub und auf Reisen
Abfall im Urlaub und auf Reisen

Diverse Konzepte tragen zur Reduzierung von ökologischen Auswirkungen bei. Verwendet wird zum Beispiel die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks. Beim ökologischen Fußabdruck handelt es sich um einen komplexen Nachhaltigkeitsindikator. Er beschreibt, wie viel Fläche ein Mensch benötigt, um seinen Bedarf an Ressourcen zu decken.

Kriterien für die Berechnung sind unter anderem die Herkunft und Art der verbrauchten Lebensmittel. Die Produktionsbedingungen und Transportmittel spielen hierbei ebenso eine wichtige Rolle. Wir alle leben leider auf zu großem Fuß. Laut der Berechnung des weltweiten ökologischen Fußabdrucks würden wir 1,7 Erden benötigen, um unseren aktuellen Lebensstil aufrecht erhalten können.

Das bedeutet, dass wir Ressourcen benötigen, welche es gar nicht gibt. Beziehungsweise wachsen die von uns benötigten Ressourcen nicht schnell genug nach. Jeder von uns sollte daher darauf achten, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Beispielsweise durch die Reduzierung von Müll sowie das Einsparen von Wasser.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Ein nachhaltiges Tourismusangebot ist nicht ohne ein effizientes Wirtschaften möglich. Betrachtet man die ökonomische Nachhaltigkeit, so ist das oberste Ziel, ein qualitatives Wirtschaftswachstum im Zielland zu erreichen.

Der Wohlstand und der Lebensstandard sollen in der Region erhöht werden. In der Wirtschaft werden dabei die ökologischen und sozialen Kosten sowie der daraus resultierende Nutzen berücksichtigt.

Die leistungsgerechte Bezahlung der örtlichen Mitarbeiter der Tourismusbranche stehen im Vordergrund. Hierzu zählt auch die Verringerung von Saisonarbeit. Viel wichtiger ist es, eine ganzjährige Beschäftigung für die Einheimischen zu ermöglichen.

Kurz gesagt: Die gesamte Bevölkerung soll mit der Tourismusentwicklung zufrieden sein. Die Entwicklung von ökonomischen Maßnahmen ist notwendig und dient zur Stärkung der Wirtschaft und zur langfristigen Schaffung neuer Arbeitsplätze für die Menschen vor Ort.

Nachhaltig Reisen beginnt mit deiner Achtsamkeit

Wie bereits erwähnt, soll vor, während und nach der (Urlaubs-)Reise auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit wert gelegt werden. Dies hört sich erst einmal sehr komplex an.

Nachfolgend zeigen wir Möglichkeiten auf, wie du ohne Einschränkungen nachhaltig verreisen kannst.

Tipps zur ökologische Nachhaltigkeit während deinem Urlaub

Damit du ökologisch nachhaltig verreisen kannst, solltest du dich vorab mit dem bereits erwähnten ökologischen Fußabdruck befassen. Diesen kannst du z.B. minimieren, indem du dir Gedanken über die Nutzung des Transportmittels und dein Verhalten vor Ort machst.

Hier unsere Tipps zur Minimierung deines ökologischen Fußabdruckes:

1. Ökologische Fortbewegung im Urlaub und auf Reisen

Den größten Energieverbrauch bei Reisen stellt der Flugverkehr dar. Flugreisen werden oft unterschätzt. Es wird viel Energie verbraucht und es kommt in großen Höhen zur Freisetzung von Schadstoffen. Kohlendioxid, Stickoxiden und Wasserdampf verhalten sich in der Atmosphäre anders als auf der Erde. Sie lösen chemische Prozesse aus und es kommt zur Bildung von weiteren klimawirksamen Stoffen.

Flug Schadstoffe auf Reisen
Flug Schadstoffe auf Reisen

Das heißt jedoch nicht, dass du für immer auf das Fliegen verzichten musst. Überlege dir, welchen Zweck deine Urlaubsreise hat, bevor du in das Flugzeug steigst. Willst du zum Beispiel einen gemütlichen Strandurlaub machen, dann kannst du dies auch innerhalb von Europa. Auch hier kannst du an wunderschönen Stränden und Seen so richtig entspannen. Als Fortbewegung eignet sich anstelle des Flugzeugs dann beispielsweise die Bahn.

Wenn du einen anderen Kontinent besuchen willst, sollest du möglichst viel Zeit mitbringen. Je länger du dich in deinem Zielland befindest, desto sinnvoller ist der Flug genutzt. Lange Flugstrecken sollten jedoch nur dann in Anspruch genommen werden, wenn du auch das Land und dessen Kultur erkunden möchtest. Die Emissionen deines Fluges können Mittels einer Spende kompensiert werden. Ein Anbieter dafür ist beispielsweise Atmosfair.

2. Stromfresser – Klimaanlage und Co.

Schalte beim Verlassen deiner Unterkunft das Licht und die Klimaanlage aus. Wenn du dich im Zimmer aufhältst, stelle die Klimaanlage nicht zu kalt ein. Der Stromverbrauch einer Klimaanlage ist enorm hoch. Verwende die dir zur Verfügung gestellten Handtücher mehrere Tage, anstatt sie täglich gegen neue auszutauschen.

3. Verhalten am Buffet

Wohnst du in einem Hotel mit Buffet-Verpflegung, fülle deinen Teller nicht zu voll. Es ist besser, wenn du lieber mehrmals zum Buffet gehst. So kann es dir nicht passieren, dass du deinen vollgefüllten Teller nicht aufessen kannst und das Essen weggeworfen wird.

4. Besuch in einem Restaurant

Nimmst du deine Mahlzeiten außerhalb des Hotels ein, empfehlen wir dir, kleine lokale Restaurants zu besuchen. In Restaurants von Einheimischen werden zum großen Teil regionale Produkte verwendet. Für die Zubereitung der Mahlzeiten werden kaum importierte Lebensmittel genutzt. Außerdem möchte man meist in einem fremden Land doch auch gerne die nationalen Köstlichkeiten probieren.

5. Erkundungstouren im Zielland

Für die Erkundung des fremden Landes/Ortes gibt es verschiedene Varianten der Fortbewegung. Beim nachhaltigen Reisen soll die Schadstoffbelastung reduziert werden. Es sollen somit umweltfreundliche Fortbewegungsmittel genutzt werden.

Am besten versuchst du, viele Strecken zu Fuß zurückzulegen. Bist du zu Fuß unterwegs, kommt es zu keinem CO2 Ausstoß wie bei der Nutzung eines Autos oder Busses. Mit dieser Verhaltensweise wird die Umwelt bereits stark geschont. Zu Fuß kannst du außerdem die Gegend besser erkunden und intensivere Eindrücke sammeln, außerdem ist es möglich, überall und jederzeit anzuhalten.

Kommst du beispielsweise an einem Wochenmarkt vorbei, kannst du dir dort einen Kaffee bestellen und das bunte Treiben beobachten. Ist der nächstmögliche Strand/Ort doch etwas zu weit für einen Fußmarsch entfernt, kannst du dir oftmals auch ein Fahrrad ausleihen.

Heutzutage bieten viele Hotels Leihfahrräder kostengünstig oder sogar kostenfrei an. Alternativ kannst du an der Hotelrezeption nachfragen, ob es eine örtliche Buslinie gibt.

6. Aktivitäten in der Natur

Achte bei Sightseeingtouren oder Wanderungen darauf, keinen Müll zu hinterlassen. Denke immer daran, dass auch du deine Umwelt sauber und gut erhalten vorfinden möchtest.

Hast du dir für deinen Ausflug zum Beispiel ein Lunchpaket mitgenommen, so lasse die Papierreste nicht im Wald oder auf der Straße liegen. In den touristischen Städten gibt es ausreichend Mülleimer. Solltest du in einem abgelegenen Gebiet auf Erkundungstour sein, transportiere deinen Müll im Rucksack, bis du zum nächsten Mülleimer gelangst.

Lunch Paket und Fingerfood auf Reisen
Lunchpaket und Fingerfood auf Reisen

Sage nein zu Souvenirs aus Tier- und Pflanzenteilen (z.B. Muscheln)! In vielen Ländern ist es sogar strafbar, diese aus dem Ursprungsland auszuführen. Als Vorsatz kannst du dir Folgendes vor Augen halten: Vermeide Aktivitäten, welche der Tier- und Pflanzenwelt schaden – Ganz nach dem Motto: „Do not harm„.

Tipps zur sozialen Nachhaltigkeit während deinem Urlaub

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du deinen Urlaub sozial und nachhaltig gestalten kannst. Auf die Rechte und Kultur der Einheimischen solltest du auf alle Fälle achten. Da auch die Menschen vor Ort vom Tourismus profitieren sollen. Unsere Tipps:

1. Auswahl deiner Unterkunft

Achte bei der Auswahl deiner Unterkunft auf das Tourismuskonzept des Anbieters. All-inclusive-Hotels sind zwar recht beliebt, produzieren jedoch oft viel Müll und entsorgen meist die Reste der Buffets.

Entscheidest du dich für ein Hotel mit einem nachhaltigen Konzept, unterstützt du auch die Einheimischen vor Ort. In nachhaltigen Hotels erhalten Einheimische eine gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen. Nachhaltige Hotels bieten weiterhin ein umweltfreundliches und naturnahes Urlaubserlebnis.

Darüber hinaus legen ökologisch ausgerichtete Hotels Wert auf eine umweltschonende Ressourcennutzung. Solarenergie, Abfallvermeidung und Aufbereitung von Wasser sind keine Seltenheit.

Eine tolle Alternative zum Hotel ist der Homestay bei einer einheimischen Familie. Du unterstützt die Leute vor Ort, da dein Geld direkt an die Gastfamilie geht, statt an große Hotelketten. Weiterhin erlebst hautnah die Kultur und den Alltag des Landes. Homestays in Afrika und Asien bietet beispielsweise der Veranstalter Rainbow Garden Village an.

Nachhaltige Unterkünfte und auch Homestay unterscheiden sich auch bei der Verpflegung von klassischen Hotels. Einheimische verwenden zum Kochen in der Regel regional erzeugte statt importierter Lebensmittel. Mit diesem Angebot wird die Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung in der Region gefördert und die Schadstoffbelastung reduziert.

2. Restaurants, Straßenstände und Co.

Sicherlich möchtest du die Köstlichkeiten deines Reiselandes kennenlernen. Wir empfehlen dir den Besuch von Straßenständen und kleinen Restaurants.

Im Gegensatz zu Fast Food Ketten sind die von ihnen angebotenen Speisen weitaus gesünder, außerdem werden sie in den meisten Fällen von Einheimischen geführt. Durch den Konsum in den kleinen Lokalitäten unterstützt du die Einwohner vor Ort und reduzierst gleichzeitig die Schadstoffbelastung durch den Verzehr von regionalen Produkten.

Außerdem hast du die Chance, in ein nettes Gespräch mit Einheimischen am Nebentisch zu kommen und mehr über Land und Leute zu erfahren. Weltbekannt sind beispielsweise die Nachtmärkte Thailands.

3. Kultur des Landes respektieren

Zu guter Letzt ist es besonders wichtig, dass du die Kultur im Zielland respektierst. Im Oman beispielsweise ist es nicht angebracht, mit kurzen Hosen und Träger-Tops einkaufen zu gehen. Zumindest solltest du deine Knie und deine Schultern bedecken.

Eine fremde Kultur zu respektieren bedeutet auch, dass du Rücksicht auf die Einheimischen nimmst. Den Kontakt zu den Menschen kannst du natürlich suchen, achte aber darauf, das du nicht zu aufdringlich bist.

Kultur deines Ziellandes respektieren
Respektiere die Kultur deines Ziellandes

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema „Fotos”. Im Zeitalter von Instagram und Co. möchten viele ihren Urlaub mittels Stories posten. Beachte, dass du aus Datenschutzgründen ohne ein Einverständnis der abgebildeten Personen keine Fotos im Internet hochladen solltest.

Tipps zur ökonomischen Nachhaltigkeit während deinem Urlaub

Auch aus ökonomischer Sicht kannst du deinen Urlaub nachhaltig gestalten.

1. Nutzung touristischer Angebote

Wenn du ein touristisches Angebot (z.B. Ausflug) nutzen möchtest, dann engagiere dafür am besten einen einheimischen Guide oder Taxifahrer und lasse die großen und internationalen Agenturen aus. So ermöglichst du den „Locals“ ebenso vom Tourismus zu profitieren.

2. Geldgeschenke vermeiden

Reisen wir in Länder mit einer hohen Armut wird uns schnell bewusst, wie gut es uns eigentlich geht. Oft haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir den Kindern vor Ort kein Geld geben.

Wenn wir Geld verschenken meinen wir es zwar gut, aber gut gemeint hilft nicht immer. Schenken wir beispielsweise Kindern Geld, kann es dazu führen, dass Kinder ein neues Verhalten erlernen und Touristen als sichere Geldgeber sehen. Solch eine ungewollte Entwicklung aus einer guten Absicht heraus, sollte stets vermieden werden.

Möchtest du dennoch den Kindern etwas gutes tun, ist es besser, Geld an eine gemeinnützige Organisation zu spenden, die ein Projekt oder eine Initiative in einer bestimmten Region oder Community nachhaltig fördert.

Win-Win Situation für Mensch und Tier

Achten Urlauber vor, während und nach der Reise auf die drei Kernpunkte des nachhaltigen Reisens (ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit) kann dies positiven Einfluss auf Mensch und Umwelt nehmen.

Sowohl die Menschen vor Ort als auch zukünftig Reisende werden es dir danken, wenn du auf die Nachhaltigkeit im Urlaub achtest, so dass eine intakte Fauna und Flora auch nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.

Wir alle sind dafür verantwortlich, für eine intakte Umwelt zu sorgen und dementsprechend zu handeln und zu leben. 

Sind nachhaltige Reisen eine Frage des Geldes?

Nachhaltiges Reisen muss nicht immer teuer sein. Denn kostensparend reisen und sich gleichzeitig nachhaltig verhalten, schließt sich nicht aus. Je nachdem wie hoch dein Budget ist, kannst du deine Reise auf unterschiedlichste Weise planen.

Kosten kannst du bei der Auswahl der Unterkunft bereits einsparen. Wohnst du in einem fünf Sterne Hotel, so sind deine Kosten höher, als wenn du bei einer Gastfamilie unterkommst. Auch in Bezug auf deine Essensmöglichkeiten gibt es Unterschiede. In Restaurants, in welchen Einheimische essen, sind die Preise günstiger als in Restaurants die für Touristen vorbehalten sind. 

Auch bei den Fortbewegungsmitteln variieren die Preise. Flugpreise sind fast immer teurer als Bus- oder Bahntickets.

Wie du siehst, gibt es einige Möglichkeiten, wie du deinen nachhaltigen Urlaub mit einem kleinen Budget durchführen kannst. Wichtig ist, dass du dich gut vorbereitest und gut im Vorhinein recherchierst.

Inspirierend und nachhaltig: Reisen die auf deiner Bucket Listen stehen sollten

Auf der Welt gibt es viele beeindruckende und sehenswerte Orte. Doch welche Länder sind nachhaltige Reiseziele? Wir haben uns diverse Länder angesehen und wollen dir nun Tipps geben, welche Reisen unbedingt auf deiner Bucket-List stehen sollten.

Norwegen – der Vorreiter in Sachen Umweltschutz

Im Bereich Nachhaltigkeit hat Norwegen seine Nase ganz weit vorne. Das Land ist Vorreiter im Thema Umweltschutz. Saubere Energie wird in Wasserkraftwerken produziert und es gibt eine beachtliche Anzahl von Elektroautos.

Außerdem werden in Norwegen elektrische Flugzeuge für Inlandsflüge entwickelt. Im Jahr 2018 wurden Pläne für eine neue Stadt „Oslo Airport City” entwickelt. Die Stadt soll neben dem Flughafen errichtet und komplett mit selbst erzeugten erneuerbaren Energien versorgt werden.

Schweiz – Wasserkraftwerke und E-Bikes

Die Schweiz achtet sehr auf den Umweltschutz. Zwei Drittel der benötigten Energien werden aus erneuerbaren Quellen verwendet. Zu den Quellen zählen unter anderem Wasserkraftwerke. Die Schweizer achten besonders auf Recycling und auf die gerechte Abfallentsorgung. Urlauber haben in der Schweiz die Möglichkeit, auf umweltbewusste Aktivitäten zurückzugreifen. Hier stehen beispielsweise E-Bike Touren ganz oben auf der Angebotsliste.

Slowenien – Gilt nach wie vor als Geheimtipp!

Die Hauptstadt Ljubljana zählt zu den nachhaltigsten Städten der Welt. Das Stadtzentrum ist komplett autofrei. Die vorhandenen 40 Parks und Reservate beinhalten über 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Slowenien war in den letzten Jahren ebenso bemüht, verlassene Gebäude und Parks wiederzubeleben.

Österreich – Experte im biologischen Anbau

Weltweit werden in einem Land 1,4 Prozent der Flächen für einen biologischen Anbau genutzt. In Österreich werden für den biologischen Anbau sogar 24 Prozent der vorhandenen Flächen verwendet. Die erste österreichische Biofarm wurde 1927 in Österreich registriert. 1980 wurden Bestimmungen zum biologischen Anbau erlassen. Österreich ist ein beliebtes Land für die Reiseart „Urlaub auf dem Bauernhof”.

Von den Urlaubspionieren der Nachkriegszeit über den Massentourismus hin zum nachhaltigen Reisen

Menschen sind schon immer gereist, nur halt nicht so, wie wir es heutzutage kennen. Die ersten Reisen waren wahrscheinlich religiöse motivierte Wallfahrten – beispielsweise zu den Tempeln der Götter in Ägypten. Auch die alten Römer sind gereist und hatten ein gepflegtes und ausgebautes Straßennetz.

Die meisten Reisen wurden allerdings zu Fuß zurückgelegt, da sich nicht alle Menschen ein Pferd leisten konnten. Im Mittelalter war die beliebte Reiseart die Pilgerreise. Einer der bis heute bestehenden Pilgerwege des Mittelalters ist der Jakobsweg. Dieser ist auch heute noch ein beliebter Wallfahrtsweg.

In der Neuzeit erreichte das Reisen eine neue Ära: Forschungs- und Bildungsreisen an Land und über See begannen. Zu dieser Zeit hat Christoph Kolumbus Amerika entdeckt. Die „normale” Bevölkerung verreiste zu dieser Zeit jedoch noch nicht. Lediglich Forscher und Adelige kamen in den Genuss. Adelige reisten vorrangig mit der Kutsche durch Europa in das beliebte Land Italien.

Im 19. Jahrhundert veränderte sich die Bedeutung des Reisens erneut. Im Vordergrund stand die Natur und der Drang, sich selbst zu erfahren. Die Alpen wurden entdeckt und das Skifahren wurde erfunden. 1845 organisierte Thomas Cook die erste Pauschalreise der Welt. Dennoch konnten sich zu dieser Zeit kaum Menschen das Reisen leisten.

Im 20. Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg, kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Immer mehr Menschen fuhren in den Urlaub. Italien war zu diesem Zeitpunkt ein besonders beliebtes Reiseziel. Fern- und Flugreisen waren jedoch Zeit dennoch undenkbar, nur wenige verfügten über die finanziellen Mittel.

Mit dem VW nach Italien
Mit dem VW nach Italien

Zu Beginn der 1960-er Jahre gab es bereits etliche Reiseveranstalter und der erste Reisekatalog erschien 1963. Reisen wurde von nun an sehr günstig angeboten und ab diesem Zeitpunkt war der Massentourismus geboren. In weiterer Folge entstanden Online-Buchungsportale und die Urlauber begannen ihre Reise selbst zu gestalten.

Der Bereich Individualreisen nahm immer mehr an Bedeutung zu. Heute sind Reisen in ferne und auch nahe Länder nicht mehr wegzudenken. Kurztrips, Urlaube mit einer Dauer von drei bis vier Tagen sind gang und gäbe geworden.

Die negativen Auswirkungen der Pauschal- und Individualreisen wurden immer mehr spürbar. Maßnahmen zum Schutz der Umwelt mussten entwickelt werden. Der Tourismus wurde spätestens nach der Umweltkonferenz 1992 in Rio immer stärker unter nachhaltigen Kriterien betrachtet. Seither bemühen sich beliebte Urlaubsregionen langsam aber sicher, ihr Land ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu gestalten. Am Ziel angekommen ist die Tourismusindustrie allerdings noch nicht.

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