Mit nachhaltigen Reisen gewinnt Mensch und Natur

Mit nachhaltigen Reisen gewinnt Mensch und Natur

Alles wissenswerte zu Nachhaltigem Reisen in einem Artikel

Kulturen kennenlernen, Naturlandschaften erkunden oder einfach nur am Strand entspannen: Der wohlverdiente Urlaub ist fĂŒr viele die schönste Zeit des Jahres. Immer mehr Menschen wollen öfter verreisen und weit entfernte LĂ€nder besuchen. Dies birgt Potenzial fĂŒr gesellschaftliche und wirtschaftliche Impulse, aber auch gravierende Risiken fĂŒr die Menschen und die Umwelt. Aus diesem Grund wird der nachhaltige Tourismus und die dafĂŒr unterstĂŒtzenden Maßnahmen immer bedeutender.

Nachhaltiger Tourismus, auch „Sanfter Tourismus” genannt, soll die AnsprĂŒche von der Bevölkerung und den Touristen erfĂŒllen. Zu diesen Anforderungen gehören nachhaltig ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte hinsichtlich des Reisens.

Menschen begeben sich auf Reisen und wĂŒnschen sich an ihrem Reiseziel eine intakte Umwelt vorzufinden. Die globale VerĂ€nderung, speziell der Klimawandel und die schwindenden Ressourcen, machen dies jedoch immer schwieriger.

Der Tourismus steht schon lĂ€nger aufgrund seiner negativen Auswirkungen unter Kritik. Betrachten wir beispielsweise den Trekking-Tourismus, werden die Berge ĂŒbernutzt und viele der Wanderer hinterlassen MĂŒll in den Naturschutzgebieten.

Im Himalajagebirge in Nepal ist die Übernutzung speziell auf den Touristenpfaden bereits deutlich zu erkennen. Damit die Zerstörung der Umwelt nicht weiter ihren Lauf nimmt, werden die Touristenwege immer stĂ€rker ĂŒberwacht und reguliert.

Kreuzfahrtschiffe entsorgen ihren MĂŒll oftmals in den Meeren, was dazu fĂŒhrt, dass jedes Jahr ĂŒber 135.000 MeeressĂ€uger und ĂŒber eine Million Meeresvögel sterben. Die Tiere verwechseln den MĂŒll sehr oft mit Futter und speziell Plastik verstopft ihren Verdauungsapparat. Laut der Seeschifffahrtsorganisation (IMO) trĂ€gt die Schifffahrt, hierzu zĂ€hlen Kreuzfahrt- und Frachtschiffe, ungefĂ€hr 2,4 Prozent zu den von uns Menschen verursachten Treibhausgasen bei.

Die Karibik ist von der Verschmutzung besonders betroffen, da sie bei Kreuzfahrttouristen besonders beliebt ist. Auch die Fische und die Unterwasserwelt sind von der Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe und aufgrund von Fischerei betroffen. Der Fischbestand wird durch die weltweite Überfischung stark reduziert und leider kommt es auch heutzutage immer noch zum Handel mit Korallen und Muscheln. Der Verkauf von „Souvenirs” trĂ€gt maßgeblich zur Vernichtung der Riffe bei.

Als Option fĂŒr den Schutz der Umwelt wird der Ruf nach alternativen und nachhaltigeren Reiseformen immer lauter. Nachhaltiger Tourismus gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nachhaltige Reiseformen soll dazu beitragen, dass sowohl der Mensch als auch die Natur einen Nutzen davon haben.

Was bedeutet nachhaltiges Reisen ĂŒberhaupt?

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Arten von Tourismus. Die eine Variante ist der „harte” und die andere Variante der „sanfte/nachhaltige” Tourismus. Beim harten Tourismus spielen die negativen Folgen auf die Natur keine Rolle, denn das Hauptaugenmerk liegt hier bei dem Reisepreis. Dieser sollte so billig wie möglich sein und der Spaß trotzdem nicht zu kurz kommen. Ein gutes Beispiel fĂŒr harten Tourismus ist der Massentourismus.

Bei nachhaltigen/sanften Reisen sollen ökonomische, ökologische und soziale Interessen im Tourismus mehr berĂŒcksichtigt werden. Das Hauptziel ist eine langfristige Sicherung der Tourismusgebiete als Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum. Auf Reisen sollen etwa naturnahe, nicht technisierte Tourismusangebote sowie landschaftsschonende Reiseformen ausgeĂŒbt werden.

Wir wollen dir nun ein paar klassische Unterschiede zwischen den beiden Tourismusformen aufzeigen:

Nachhaltiger TourismusHarter Tourismus
Erlebnis- und IndividualreisenMassentourismus und Pauschalreisen
Viel ZeitWenig Zeit
Spontane ReiseentscheidungenFestes Programm
LandesĂŒblicher LebensstilImportierter Lebensstil
Intensives Befassen mit Kultur und LandWenig bis ĂŒberhaupt keine Reisevorbereitung
LeiseLaut
Schonung der UmweltBelastung der Umwelt
Respektvoller Umgang und faire Bezahlung der Menschen vor OrtMenschen vor Ort kommen in der touristischen Wertschöpfungskette zu kurz
GegenĂŒberstellung von Nachhaltigem und Hartem Tourismus

Die drei Kernbereiche des nachhaltigen Tourismus

Das ökologische, wirtschaftliche und soziale Reiseverhalten bei (Urlaubs-)Reisen ist bei Urlaubern unterschiedlich ausgeprĂ€gt. Viele Menschen engagieren sich bereits sehr stark fĂŒr die Umwelt, doch leider sind es immer noch nicht genug.

Laut einer Studie des GfK Global Green Index achten bereits 40 Prozent der deutschen BundesbĂŒrger darauf, ökologische und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu kaufen. Jene Personen wĂŒrden auch bei Urlaubsreisen der Umwelt zu liebe persönliche EinschrĂ€nkungen in Kauf nehmen.

Immer mehr Reiseveranstalter und LeistungstrĂ€ger arbeiten an nachhaltigen Produkten. Es wird versucht, die breite Masse darauf aufmerksam zu machen, dass ein umweltfreundliches Verhalten forciert werden soll. Doch nicht alle Reisenden nehmen die umweltfreundlichen Urlaubsangebote an. Der Grund sind oftmals die gĂŒnstigen All-inclusive Reiseangebote. Auch wenn es derzeit zu einem Umschwung kommt, bieten viele touristische Anbieter noch immer gĂŒnstige Urlaubsangebote an. Die ausgewĂ€hlten LeistungstrĂ€ger, welche den gĂŒnstigen Urlaub ermöglichen, sind in den meisten FĂ€llen nicht nachhaltig ausgerichtet.

Nachhaltige Hotels sind in der Regel in ihrer BettenkapazitĂ€t etwas kleiner aufgestellt und achten zum Beispiel darauf, dass die HandtĂŒcher der GĂ€ste nicht tĂ€glich gewaschen werden. Auf die Einsparung von Wasser sollte besonders geachtet werden. Der Wasserbrauch in einem Hotel betrĂ€gt durchschnittlich zwischen 84 und 2425 Liter pro Tourist und Tag. Inkludiert sind bei diesem Verbrauch unter anderem der persönliche Wasserverbrauch (z.B. Duschen), Swimmingpools, BewĂ€sserung von GrĂŒnanlagen und vieles mehr.

nachhaltige Hotels im Urlaub
nachhaltige Hotels im Urlaub

Doch warum sollte mit dem vorhandenen Wasser sorgsam umgegangen werden? Weltweit beziehen die meisten Menschen Wasser direkt aus GewĂ€ssern. In Asien und auch Afrika ist die Nutzung von Wasser aus FlĂŒssen problematisch. Da in die FlĂŒsse nicht selten Abwasser eingeleitet wird, enthalten diese an vielen Orten Giftstoffe. Dies fĂŒhrt dazu, dass das Wasser nicht zum Trinken oder fĂŒr die BewĂ€sserung von GrĂŒnanlagen herangezogen werden kann. Aufgrund der Verschmutzung der Seen und FlĂŒsse durch Abwasser ist bereits die HĂ€lfte der Weltbevölkerung von einer Wasserknappheit betroffen. Eine bedachte Nutzung der Ressource „Wasser” ist somit unbedingt erforderlich.

Damit auch du einen positiven Teil fĂŒr die Umwelt beitragen kannst, ist es also wichtig, dass du deine Reise anhand nachhaltiger Aspekte planst. Bei der Auswahl deines Urlaubes solltest du folgenden drei Kernpunkten deine Aufmerksamkeit schenken:

  1. Soziale Nachhaltigkeit
  2. Ökologische Nachhaltigkeit
  3. Ökonomische Nachhaltigkeit

Halte dir bei deiner Reise immer vor Augen, dass die Orte und die in der Region befindliche Natur auch fĂŒr die nĂ€chste Generation in einem guten Zustand vorgefunden werden soll. Damit dies möglich wird, mĂŒssen Maßnahmen fĂŒr die GewĂ€hrleistung der Nachhaltigkeit erstellt und umgesetzt werden. Jeder einzelne von uns kann einen großen Teil dazu beitragen, indem die drei Kernpunkte des nachhaltigen Reisens vor, wĂ€hrend und nach dem Urlaub gelebt werden. Wie du diese umsetzt, verraten wir dir hier.

Soziale Nachhaltigkeit

Soziale Nachhaltigkeit soll dazu beitragen, dass sich Menschen mit verschiedener Herkunft, Sprache und Religion untereinander verstÀndigen können.

Außerdem soll ein interkultureller Austausch im Zielland entstehen. Die Region ist zuallererst Lebensraum der Einwohner. Es muss sichergestellt werden, dass der Lebensstandard der Einwohner erhalten bleibt. Auch die GrundbedĂŒrfnisse der vor Ort lebenden Menschen sollen befriedigt werden.

Den kommenden Generationen Entwicklungsperspektiven und Lebenschancen bereitzustellen, ist besonders wichtig. Erst nachdem sichergestellt wurde, dass die Einwohner trotz des Tourismus ihren Lebensstandard beibehalten können, erfolgt die Umsetzung der touristischen Maßnahmen bei den Dienstleistungsbetrieben.

Eine intakte Umwelt als Grundlage dafĂŒr, dass Touristen als auch Bewohner einer Region diese auch als Erholungsraum nutzen können, ist ein weiterer wichtiger umzusetzender Punkt. DarĂŒber hinaus ist es das Ziel, die Erholung des Reisenden und deren VerantwortungsgefĂŒhl zu fördern.

Ersteres soll dazu beitragen, dass Touristen wÀhrend ihres Urlaubs abschalten und neue Energie tanken können. Zweiteres zielt darauf ab, den Nutzen einer intakten Umwelt zu vermitteln und die nachhaltige Verhaltensweise wÀhrend des Urlaubes zu verdeutlichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einbindung von gesundheits-, kontaktfördernden und naturbezogenen AktivitÀten.

Der Schutz vor Ausbeutung der Touristen durch ĂŒberteuerte Preise ist ebenso ein Ziel des sozialen nachhaltigen Tourismus.

Ökologische Nachhaltigkeit

Dieser wichtige Kernpunkt steht dafĂŒr, dass die diversen Ökosysteme auf der Erde sichergestellt werden sollen.

Nachhaltiger Tourismus soll ein Gleichgewicht zwischen Abbau und Nachwachsen der erneuerbaren Ressourcen (z.B. Wald- und FischbestĂ€nde) schaffen. Nicht-erneuerbare Ressourcen wie etwa Öl und Erdgas sollen deutlich weniger verbraucht werden. Der Tourismus erhöht in Zielgebieten den Verbrauch von Wasser und Energie sowie das Abfall- und Abwasseraufkommen.

Dies trĂ€gt oftmals zu einer ernsten Gefahr der Naturlandschaft bei. Ziel der Maßnahmen fĂŒr einen nachhaltigen Tourismus ist es unter anderem, dass die ÖkosphĂ€re nicht durch zu große Abfallmengen und Schadstoffemissionen gefĂ€hrdet werden. Um dies zu ermöglichen, ist es notwendig, unter anderem Abfall zu reduzieren und mit den nicht-erneuerbaren Ressourcen sparsam umzugehen.

Abfall im Urlaub und auf Reisen
Abfall im Urlaub und auf Reisen

Diverse Konzepte tragen zur Reduzierung von ökologischen Auswirkungen bei. Verwendet wird zum Beispiel die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks. Beim ökologischen Fußabdruck handelt es sich um einen komplexen Nachhaltigkeitsindikator. Er beschreibt, wie viel FlĂ€che ein Mensch benötigt, um seinen Bedarf an Ressourcen zu decken.

Kriterien fĂŒr die Berechnung sind unter anderem die Herkunft und Art der verbrauchten Lebensmittel. Die Produktionsbedingungen und Transportmittel spielen hierbei ebenso eine wichtige Rolle. Wir alle leben leider auf zu großem Fuß. Laut der Berechnung des weltweiten ökologischen Fußabdrucks wĂŒrden wir 1,7 Erden benötigen, um unseren aktuellen Lebensstil aufrecht erhalten können.

Das bedeutet, dass wir Ressourcen benötigen, welche es gar nicht gibt. Beziehungsweise wachsen die von uns benötigten Ressourcen nicht schnell genug nach. Jeder von uns sollte daher darauf achten, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Beispielsweise durch die Reduzierung von MĂŒll sowie das Einsparen von Wasser.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Ein nachhaltiges Tourismusangebot ist nicht ohne ein effizientes Wirtschaften möglich. Betrachtet man die ökonomische Nachhaltigkeit, so ist das oberste Ziel, ein qualitatives Wirtschaftswachstum im Zielland zu erreichen.

Der Wohlstand und der Lebensstandard sollen in der Region erhöht werden. In der Wirtschaft werden dabei die ökologischen und sozialen Kosten sowie der daraus resultierende Nutzen berĂŒcksichtigt.

Die leistungsgerechte Bezahlung der örtlichen Mitarbeiter der Tourismusbranche stehen im Vordergrund. Hierzu zĂ€hlt auch die Verringerung von Saisonarbeit. Viel wichtiger ist es, eine ganzjĂ€hrige BeschĂ€ftigung fĂŒr die Einheimischen zu ermöglichen.

Kurz gesagt: Die gesamte Bevölkerung soll mit der Tourismusentwicklung zufrieden sein. Die Entwicklung von ökonomischen Maßnahmen ist notwendig und dient zur StĂ€rkung der Wirtschaft und zur langfristigen Schaffung neuer ArbeitsplĂ€tze fĂŒr die Menschen vor Ort.

Nachhaltig Reisen beginnt mit deiner Achtsamkeit

Wie bereits erwÀhnt, soll vor, wÀhrend und nach der (Urlaubs-)Reise auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit wert gelegt werden. Dies hört sich erst einmal sehr komplex an.

Nachfolgend zeigen wir Möglichkeiten auf, wie du ohne EinschrÀnkungen nachhaltig verreisen kannst.

Tipps zur ökologische Nachhaltigkeit wÀhrend deinem Urlaub

Damit du ökologisch nachhaltig verreisen kannst, solltest du dich vorab mit dem bereits erwĂ€hnten ökologischen Fußabdruck befassen. Diesen kannst du z.B. minimieren, indem du dir Gedanken ĂŒber die Nutzung des Transportmittels und dein Verhalten vor Ort machst.

Hier unsere Tipps zur Minimierung deines ökologischen Fußabdruckes:

1. Ökologische Fortbewegung im Urlaub und auf Reisen

Den grĂ¶ĂŸten Energieverbrauch bei Reisen stellt der Flugverkehr dar. Flugreisen werden oft unterschĂ€tzt. Es wird viel Energie verbraucht und es kommt in großen Höhen zur Freisetzung von Schadstoffen. Kohlendioxid, Stickoxiden und Wasserdampf verhalten sich in der AtmosphĂ€re anders als auf der Erde. Sie lösen chemische Prozesse aus und es kommt zur Bildung von weiteren klimawirksamen Stoffen.

Flug Schadstoffe auf Reisen
Flug Schadstoffe auf Reisen

Das heißt jedoch nicht, dass du fĂŒr immer auf das Fliegen verzichten musst. Überlege dir, welchen Zweck deine Urlaubsreise hat, bevor du in das Flugzeug steigst. Willst du zum Beispiel einen gemĂŒtlichen Strandurlaub machen, dann kannst du dies auch innerhalb von Europa. Auch hier kannst du an wunderschönen StrĂ€nden und Seen so richtig entspannen. Als Fortbewegung eignet sich anstelle des Flugzeugs dann beispielsweise die Bahn.

Wenn du einen anderen Kontinent besuchen willst, sollest du möglichst viel Zeit mitbringen. Je lĂ€nger du dich in deinem Zielland befindest, desto sinnvoller ist der Flug genutzt. Lange Flugstrecken sollten jedoch nur dann in Anspruch genommen werden, wenn du auch das Land und dessen Kultur erkunden möchtest. Die Emissionen deines Fluges können Mittels einer Spende kompensiert werden. Ein Anbieter dafĂŒr ist beispielsweise Atmosfair.

2. Stromfresser – Klimaanlage und Co.

Schalte beim Verlassen deiner Unterkunft das Licht und die Klimaanlage aus. Wenn du dich im Zimmer aufhĂ€ltst, stelle die Klimaanlage nicht zu kalt ein. Der Stromverbrauch einer Klimaanlage ist enorm hoch. Verwende die dir zur VerfĂŒgung gestellten HandtĂŒcher mehrere Tage, anstatt sie tĂ€glich gegen neue auszutauschen.

3. Verhalten am Buffet

Wohnst du in einem Hotel mit Buffet-Verpflegung, fĂŒlle deinen Teller nicht zu voll. Es ist besser, wenn du lieber mehrmals zum Buffet gehst. So kann es dir nicht passieren, dass du deinen vollgefĂŒllten Teller nicht aufessen kannst und das Essen weggeworfen wird.

4. Besuch in einem Restaurant

Nimmst du deine Mahlzeiten außerhalb des Hotels ein, empfehlen wir dir, kleine lokale Restaurants zu besuchen. In Restaurants von Einheimischen werden zum großen Teil regionale Produkte verwendet. FĂŒr die Zubereitung der Mahlzeiten werden kaum importierte Lebensmittel genutzt. Außerdem möchte man meist in einem fremden Land doch auch gerne die nationalen Köstlichkeiten probieren.

5. Erkundungstouren im Zielland

FĂŒr die Erkundung des fremden Landes/Ortes gibt es verschiedene Varianten der Fortbewegung. Beim nachhaltigen Reisen soll die Schadstoffbelastung reduziert werden. Es sollen somit umweltfreundliche Fortbewegungsmittel genutzt werden.

Am besten versuchst du, viele Strecken zu Fuß zurĂŒckzulegen. Bist du zu Fuß unterwegs, kommt es zu keinem CO2 Ausstoß wie bei der Nutzung eines Autos oder Busses. Mit dieser Verhaltensweise wird die Umwelt bereits stark geschont. Zu Fuß kannst du außerdem die Gegend besser erkunden und intensivere EindrĂŒcke sammeln, außerdem ist es möglich, ĂŒberall und jederzeit anzuhalten.

Kommst du beispielsweise an einem Wochenmarkt vorbei, kannst du dir dort einen Kaffee bestellen und das bunte Treiben beobachten. Ist der nĂ€chstmögliche Strand/Ort doch etwas zu weit fĂŒr einen Fußmarsch entfernt, kannst du dir oftmals auch ein Fahrrad ausleihen.

Heutzutage bieten viele Hotels LeihfahrrĂ€der kostengĂŒnstig oder sogar kostenfrei an. Alternativ kannst du an der Hotelrezeption nachfragen, ob es eine örtliche Buslinie gibt.

6. AktivitÀten in der Natur

Achte bei Sightseeingtouren oder Wanderungen darauf, keinen MĂŒll zu hinterlassen. Denke immer daran, dass auch du deine Umwelt sauber und gut erhalten vorfinden möchtest.

Hast du dir fĂŒr deinen Ausflug zum Beispiel ein Lunchpaket mitgenommen, so lasse die Papierreste nicht im Wald oder auf der Straße liegen. In den touristischen StĂ€dten gibt es ausreichend MĂŒlleimer. Solltest du in einem abgelegenen Gebiet auf Erkundungstour sein, transportiere deinen MĂŒll im Rucksack, bis du zum nĂ€chsten MĂŒlleimer gelangst.

Lunch Paket und Fingerfood auf Reisen
Lunchpaket und Fingerfood auf Reisen

Sage nein zu Souvenirs aus Tier- und Pflanzenteilen (z.B. Muscheln)! In vielen LĂ€ndern ist es sogar strafbar, diese aus dem Ursprungsland auszufĂŒhren. Als Vorsatz kannst du dir Folgendes vor Augen halten: Vermeide AktivitĂ€ten, welche der Tier- und Pflanzenwelt schaden – Ganz nach dem Motto: „Do not harm„.

Tipps zur sozialen Nachhaltigkeit wÀhrend deinem Urlaub

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du deinen Urlaub sozial und nachhaltig gestalten kannst. Auf die Rechte und Kultur der Einheimischen solltest du auf alle FÀlle achten. Da auch die Menschen vor Ort vom Tourismus profitieren sollen. Unsere Tipps:

1. Auswahl deiner Unterkunft

Achte bei der Auswahl deiner Unterkunft auf das Tourismuskonzept des Anbieters. All-inclusive-Hotels sind zwar recht beliebt, produzieren jedoch oft viel MĂŒll und entsorgen meist die Reste der Buffets.

Entscheidest du dich fĂŒr ein Hotel mit einem nachhaltigen Konzept, unterstĂŒtzt du auch die Einheimischen vor Ort. In nachhaltigen Hotels erhalten Einheimische eine gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen. Nachhaltige Hotels bieten weiterhin ein umweltfreundliches und naturnahes Urlaubserlebnis.

DarĂŒber hinaus legen ökologisch ausgerichtete Hotels Wert auf eine umweltschonende Ressourcennutzung. Solarenergie, Abfallvermeidung und Aufbereitung von Wasser sind keine Seltenheit.

Eine tolle Alternative zum Hotel ist der Homestay bei einer einheimischen Familie. Du unterstĂŒtzt die Leute vor Ort, da dein Geld direkt an die Gastfamilie geht, statt an große Hotelketten. Weiterhin erlebst hautnah die Kultur und den Alltag des Landes. Homestays in Afrika und Asien bietet beispielsweise der Veranstalter Rainbow Garden Village an.

Nachhaltige UnterkĂŒnfte und auch Homestay unterscheiden sich auch bei der Verpflegung von klassischen Hotels. Einheimische verwenden zum Kochen in der Regel regional erzeugte statt importierter Lebensmittel. Mit diesem Angebot wird die Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung in der Region gefördert und die Schadstoffbelastung reduziert.

2. Restaurants, StraßenstĂ€nde und Co.

Sicherlich möchtest du die Köstlichkeiten deines Reiselandes kennenlernen. Wir empfehlen dir den Besuch von StraßenstĂ€nden und kleinen Restaurants.

Im Gegensatz zu Fast Food Ketten sind die von ihnen angebotenen Speisen weitaus gesĂŒnder, außerdem werden sie in den meisten FĂ€llen von Einheimischen gefĂŒhrt. Durch den Konsum in den kleinen LokalitĂ€ten unterstĂŒtzt du die Einwohner vor Ort und reduzierst gleichzeitig die Schadstoffbelastung durch den Verzehr von regionalen Produkten.

Außerdem hast du die Chance, in ein nettes GesprĂ€ch mit Einheimischen am Nebentisch zu kommen und mehr ĂŒber Land und Leute zu erfahren. Weltbekannt sind beispielsweise die NachtmĂ€rkte Thailands.

3. Kultur des Landes respektieren

Zu guter Letzt ist es besonders wichtig, dass du die Kultur im Zielland respektierst. Im Oman beispielsweise ist es nicht angebracht, mit kurzen Hosen und TrÀger-Tops einkaufen zu gehen. Zumindest solltest du deine Knie und deine Schultern bedecken.

Eine fremde Kultur zu respektieren bedeutet auch, dass du RĂŒcksicht auf die Einheimischen nimmst. Den Kontakt zu den Menschen kannst du natĂŒrlich suchen, achte aber darauf, das du nicht zu aufdringlich bist.

Kultur deines Ziellandes respektieren
Respektiere die Kultur deines Ziellandes

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema „Fotos”. Im Zeitalter von Instagram und Co. möchten viele ihren Urlaub mittels Stories posten. Beachte, dass du aus DatenschutzgrĂŒnden ohne ein EinverstĂ€ndnis der abgebildeten Personen keine Fotos im Internet hochladen solltest.

Tipps zur ökonomischen Nachhaltigkeit wÀhrend deinem Urlaub

Auch aus ökonomischer Sicht kannst du deinen Urlaub nachhaltig gestalten.

1. Nutzung touristischer Angebote

Wenn du ein touristisches Angebot (z.B. Ausflug) nutzen möchtest, dann engagiere dafĂŒr am besten einen einheimischen Guide oder Taxifahrer und lasse die großen und internationalen Agenturen aus. So ermöglichst du den „Locals“ ebenso vom Tourismus zu profitieren.

2. Geldgeschenke vermeiden

Reisen wir in LĂ€nder mit einer hohen Armut wird uns schnell bewusst, wie gut es uns eigentlich geht. Oft haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir den Kindern vor Ort kein Geld geben.

Wenn wir Geld verschenken meinen wir es zwar gut, aber gut gemeint hilft nicht immer. Schenken wir beispielsweise Kindern Geld, kann es dazu fĂŒhren, dass Kinder ein neues Verhalten erlernen und Touristen als sichere Geldgeber sehen. Solch eine ungewollte Entwicklung aus einer guten Absicht heraus, sollte stets vermieden werden.

Möchtest du dennoch den Kindern etwas gutes tun, ist es besser, Geld an eine gemeinnĂŒtzige Organisation zu spenden, die ein Projekt oder eine Initiative in einer bestimmten Region oder Community nachhaltig fördert.

Win-Win Situation fĂŒr Mensch und Tier

Achten Urlauber vor, wÀhrend und nach der Reise auf die drei Kernpunkte des nachhaltigen Reisens (ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit) kann dies positiven Einfluss auf Mensch und Umwelt nehmen.

Sowohl die Menschen vor Ort als auch zukĂŒnftig Reisende werden es dir danken, wenn du auf die Nachhaltigkeit im Urlaub achtest, so dass eine intakte Fauna und Flora auch nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.

Wir alle sind dafĂŒr verantwortlich, fĂŒr eine intakte Umwelt zu sorgen und dementsprechend zu handeln und zu leben. 

Sind nachhaltige Reisen eine Frage des Geldes?

Nachhaltiges Reisen muss nicht immer teuer sein. Denn kostensparend reisen und sich gleichzeitig nachhaltig verhalten, schließt sich nicht aus. Je nachdem wie hoch dein Budget ist, kannst du deine Reise auf unterschiedlichste Weise planen.

Kosten kannst du bei der Auswahl der Unterkunft bereits einsparen. Wohnst du in einem fĂŒnf Sterne Hotel, so sind deine Kosten höher, als wenn du bei einer Gastfamilie unterkommst. Auch in Bezug auf deine Essensmöglichkeiten gibt es Unterschiede. In Restaurants, in welchen Einheimische essen, sind die Preise gĂŒnstiger als in Restaurants die fĂŒr Touristen vorbehalten sind. 

Auch bei den Fortbewegungsmitteln variieren die Preise. Flugpreise sind fast immer teurer als Bus- oder Bahntickets.

Wie du siehst, gibt es einige Möglichkeiten, wie du deinen nachhaltigen Urlaub mit einem kleinen Budget durchfĂŒhren kannst. Wichtig ist, dass du dich gut vorbereitest und gut im Vorhinein recherchierst.

Inspirierend und nachhaltig: Reisen die auf deiner Bucket Listen stehen sollten

Auf der Welt gibt es viele beeindruckende und sehenswerte Orte. Doch welche LĂ€nder sind nachhaltige Reiseziele? Wir haben uns diverse LĂ€nder angesehen und wollen dir nun Tipps geben, welche Reisen unbedingt auf deiner Bucket-List stehen sollten.

Norwegen – der Vorreiter in Sachen Umweltschutz

Im Bereich Nachhaltigkeit hat Norwegen seine Nase ganz weit vorne. Das Land ist Vorreiter im Thema Umweltschutz. Saubere Energie wird in Wasserkraftwerken produziert und es gibt eine beachtliche Anzahl von Elektroautos.

Außerdem werden in Norwegen elektrische Flugzeuge fĂŒr InlandsflĂŒge entwickelt. Im Jahr 2018 wurden PlĂ€ne fĂŒr eine neue Stadt „Oslo Airport City” entwickelt. Die Stadt soll neben dem Flughafen errichtet und komplett mit selbst erzeugten erneuerbaren Energien versorgt werden.

Schweiz – Wasserkraftwerke und E-Bikes

Die Schweiz achtet sehr auf den Umweltschutz. Zwei Drittel der benötigten Energien werden aus erneuerbaren Quellen verwendet. Zu den Quellen zĂ€hlen unter anderem Wasserkraftwerke. Die Schweizer achten besonders auf Recycling und auf die gerechte Abfallentsorgung. Urlauber haben in der Schweiz die Möglichkeit, auf umweltbewusste AktivitĂ€ten zurĂŒckzugreifen. Hier stehen beispielsweise E-Bike Touren ganz oben auf der Angebotsliste.

Slowenien – Gilt nach wie vor als Geheimtipp!

Die Hauptstadt Ljubljana zĂ€hlt zu den nachhaltigsten StĂ€dten der Welt. Das Stadtzentrum ist komplett autofrei. Die vorhandenen 40 Parks und Reservate beinhalten ĂŒber 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Slowenien war in den letzten Jahren ebenso bemĂŒht, verlassene GebĂ€ude und Parks wiederzubeleben.

Österreich – Experte im biologischen Anbau

Weltweit werden in einem Land 1,4 Prozent der FlĂ€chen fĂŒr einen biologischen Anbau genutzt. In Österreich werden fĂŒr den biologischen Anbau sogar 24 Prozent der vorhandenen FlĂ€chen verwendet. Die erste österreichische Biofarm wurde 1927 in Österreich registriert. 1980 wurden Bestimmungen zum biologischen Anbau erlassen. Österreich ist ein beliebtes Land fĂŒr die Reiseart „Urlaub auf dem Bauernhof”.

Von den Urlaubspionieren der Nachkriegszeit ĂŒber den Massentourismus hin zum nachhaltigen Reisen

Menschen sind schon immer gereist, nur halt nicht so, wie wir es heutzutage kennen. Die ersten Reisen waren wahrscheinlich religiöse motivierte Wallfahrten – beispielsweise zu den Tempeln der Götter in Ägypten. Auch die alten Römer sind gereist und hatten ein gepflegtes und ausgebautes Straßennetz.

Die meisten Reisen wurden allerdings zu Fuß zurĂŒckgelegt, da sich nicht alle Menschen ein Pferd leisten konnten. Im Mittelalter war die beliebte Reiseart die Pilgerreise. Einer der bis heute bestehenden Pilgerwege des Mittelalters ist der Jakobsweg. Dieser ist auch heute noch ein beliebter Wallfahrtsweg.

In der Neuzeit erreichte das Reisen eine neue Ära: Forschungs- und Bildungsreisen an Land und ĂŒber See begannen. Zu dieser Zeit hat Christoph Kolumbus Amerika entdeckt. Die „normale” Bevölkerung verreiste zu dieser Zeit jedoch noch nicht. Lediglich Forscher und Adelige kamen in den Genuss. Adelige reisten vorrangig mit der Kutsche durch Europa in das beliebte Land Italien.

Im 19. Jahrhundert verÀnderte sich die Bedeutung des Reisens erneut. Im Vordergrund stand die Natur und der Drang, sich selbst zu erfahren. Die Alpen wurden entdeckt und das Skifahren wurde erfunden. 1845 organisierte Thomas Cook die erste Pauschalreise der Welt. Dennoch konnten sich zu dieser Zeit kaum Menschen das Reisen leisten.

Im 20. Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg, kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Immer mehr Menschen fuhren in den Urlaub. Italien war zu diesem Zeitpunkt ein besonders beliebtes Reiseziel. Fern- und Flugreisen waren jedoch Zeit dennoch undenkbar, nur wenige verfĂŒgten ĂŒber die finanziellen Mittel.

Mit dem VW nach Italien
Mit dem VW nach Italien

Zu Beginn der 1960-er Jahre gab es bereits etliche Reiseveranstalter und der erste Reisekatalog erschien 1963. Reisen wurde von nun an sehr gĂŒnstig angeboten und ab diesem Zeitpunkt war der Massentourismus geboren. In weiterer Folge entstanden Online-Buchungsportale und die Urlauber begannen ihre Reise selbst zu gestalten.

Der Bereich Individualreisen nahm immer mehr an Bedeutung zu. Heute sind Reisen in ferne und auch nahe LÀnder nicht mehr wegzudenken. Kurztrips, Urlaube mit einer Dauer von drei bis vier Tagen sind gang und gÀbe geworden.

Die negativen Auswirkungen der Pauschal- und Individualreisen wurden immer mehr spĂŒrbar. Maßnahmen zum Schutz der Umwelt mussten entwickelt werden. Der Tourismus wurde spĂ€testens nach der Umweltkonferenz 1992 in Rio immer stĂ€rker unter nachhaltigen Kriterien betrachtet. Seither bemĂŒhen sich beliebte Urlaubsregionen langsam aber sicher, ihr Land ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu gestalten. Am Ziel angekommen ist die Tourismusindustrie allerdings noch nicht.

Themen dieser Seite

Nachhaltig reisen

Das könnte dich auch interessieren

Bildausschnitt von kleinem offenen Koffer mit T-Shirt, Jeans und Turnschuhen
Reisetipps

Urlaub machen und dabei die Umwelt schonen!

Umwelt schonen beginnt damit, dass du deine Reise nachhaltig planst und geht im Urlaub natĂŒrlich weiter. Du denkst das ist nicht möglich? Im Grunde kostet es dich keinen großen Aufwand.